
Ein Epic in Scrum ist der strategische Bauplan für ein wesentliches Produktziel. Es beschreibt eine übergreifende Idee oder Anforderung – beispielsweise die Einführung einer neuen Kernfunktion –, die zu umfangreich ist, um sie in einem einzelnen Sprint umzusetzen. Es fungiert als Bindeglied zwischen der übergeordneten Produktvision und den konkreten Aufgaben des Entwicklungsteams.
Anstatt als reiner Platzhalter im Backlog zu dienen, bündelt ein Epic zusammengehörige User Stories und gibt der täglichen Arbeit einen klaren, strategischen Kontext.
Im agilen Projektmanagement werden große Vorhaben in überschaubare, lieferbare Inkremente zerlegt. Ein Epic in Scrum ist ein großes Arbeitspaket, das einen signifikanten Mehrwert für den Nutzer oder ein wichtiges Geschäftsziel anstrebt, für die direkte Umsetzung aber noch zu unkonkret ist.
Ein praktisches Beispiel aus der Entwicklung einer E-Commerce-Plattform wäre das Epic: „Einführung eines personalisierten Empfehlungssystems“. Dieses Ziel ist klar definiert, aber die Umsetzung erfordert zahlreiche Teilschritte, die mehrere Sprints in Anspruch nehmen: Implementierung eines Algorithmus, Gestaltung der UI-Komponenten, Anbindung der Produktdatenbank und A/B-Tests zur Erfolgsmessung.
Ein Epic dient als Container für thematisch zusammengehörige User Stories. Es stellt den notwendigen Kontext bereit und sichert, dass jede einzelne Aufgabe auf das übergeordnete, wertstiftende Ziel einzahlt. Ohne Epics besteht die Gefahr, dass Teams sich in isolierten Tasks verlieren und der strategische Fokus verloren geht.
Für CTOs und Product Owner sind Epics ein unverzichtbares Werkzeug zur Strukturierung der Produkt-Roadmap und zur strategischen Priorisierung. Sie helfen, zentrale Fragen zu beantworten:
Die Nutzung von Epics ist in der agilen Praxis fest verankert. Der 16th State of Agile Report zeigt, dass 81 % der agilen Teams eine Scrum-Variante nutzen, in denen Epics eine zentrale Rolle spielen. Diese Strukturierung liefert messbare Vorteile: Eine Fallstudie aus der Fertigungsindustrie belegt, dass Epic-basierte Roadmaps die Entwicklungszeiten um 30 % verkürzen konnten. Weiterführende Daten zu agilen Praktiken finden sich in den aktuellen Scrum-Statistiken auf echometerapp.com.
Die korrekte Handhabung von Epics ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg agiler Projekte. Mehr zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten verschiedener Ansätze finden Sie in unserem Artikel über agile Methoden im Projektmanagement.
Ein Epic in Scrum ist kein statisches Dokument, sondern ein dynamisches Artefakt, das einen klar definierten Prozess durchläuft. Dieser Lebenszyklus – von der ersten Hypothese bis zum ausgelieferten Feature – schafft Transparenz und stellt sicher, dass die Arbeit des Teams konsequent auf die Unternehmensziele ausgerichtet ist.
Nehmen wir an, ein SaaS-Unternehmen möchte ein „Kunden-Treueprogramm einführen“. Zu Beginn ist dies ein großes, unspezifisches Vorhaben – der ideale Kandidat, um als Epic in den agilen Prozess überführt zu werden.
Alles beginnt mit einer Idee, die aus Kundenfeedback, einer strategischen Analyse oder Marktbeobachtung stammen kann. Der Product Owner hat beispielsweise identifiziert, dass ein Treueprogramm die Kundenbindung potenziell um 25 % steigern könnte.
Diese Idee wird als Epic formuliert, was mehr ist als nur ein Titel. Es ist eine Geschäftshypothese, die den erwarteten Nutzen beschreibt. Ein präzises Epic könnte lauten: „Steigerung der Kundenbindung durch ein punktebasiertes Treueprogramm.“
Nach der Formulierung wird das Epic im Product Backlog platziert und steht im Wettbewerb mit anderen strategischen Initiativen. Der Product Owner bewertet es anhand von Kriterien wie Geschäftswert (z. B. ROI), Dringlichkeit, geschätztem Aufwand und strategischer Relevanz.
Nach der Priorisierung wird das Epic in die Produkt-Roadmap eingeplant. Dies bietet allen Stakeholdern eine grobe zeitliche Orientierung und dient als strategischer Platzhalter für die mittelfristige Planung.
Dieser Prozess lässt sich wie folgt visualisieren:

Die Grafik verdeutlicht die Rolle des Epics als Bindeglied, das strategische Visionen in handhabbare Arbeitspakete für das Entwicklungsteam übersetzt.
Bevor die Implementierung beginnt, muss das Epic in kleinere, umsetzbare Einheiten zerlegt werden. Dies geschieht im kontinuierlichen Backlog Refinement. Das Scrum-Team diskutiert das Epic, klärt technische und fachliche Fragen und beginnt mit der Aufteilung.
Der Prozess erfolgt typischerweise in zwei Schritten:
Der entscheidende Punkt hierbei ist, das Epic iterativ zu verfeinern. Das Team arbeitet immer nur die Stories detailliert aus, deren Umsetzung als Nächstes ansteht. Dieser „Just-in-time“-Ansatz vermeidet unnötigen Planungsaufwand und bewahrt die Flexibilität des Prozesses.
Die priorisierten User Stories wandern aus dem Product Backlog in die Sprint Backlogs. In den folgenden Sprints setzt das Entwicklungsteam diese Stories um. Jede abgeschlossene Story liefert ein kleines, aber wertvolles Inkrement des gesamten Epics.
Ein transparentes Tracking ist in dieser Phase entscheidend. Tools wie Jira bieten spezielle Ansichten, z. B. Epic Burndown Charts, die den Fortschritt auf Epic-Ebene visualisieren. So behalten Product Owner und Stakeholder jederzeit den Überblick über den Status des „Treueprogramms“. Mehr zu den einzelnen Phasen der Produktentwicklung finden Sie in unserem Guide zum Lebenszyklus einer Software.
Ein Epic gilt als abgeschlossen, wenn alle zugehörigen User Stories die Definition of Done erfüllen und ausgeliefert wurden. Das Treueprogramm ist live und für die Kunden nutzbar.
Die Arbeit endet hier jedoch nicht. Nach dem Launch beginnt die Erfolgsmessung. Anhand der initial definierten Kriterien (z. B. eine Steigerung der Wiederkaufrate um 15 %) wird validiert, ob das Epic den erwarteten Geschäftswert erzielt hat. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die zukünftige Produktstrategie ein.
Ein effektives Epic in Scrum ist mehr als eine reine Anforderung. Es ist eine prägnante Erzählung, die dem Team nicht nur erklärt, was zu tun ist, sondern vor allem, warum es wichtig ist. Anstatt sich in technischen Details zu verlieren, rückt ein starkes Epic den Kundennutzen und die zu lösende Problemstellung in den Fokus.
Die Fähigkeit, eine abstrakte Idee in ein klares, umsetzbares Epic zu transformieren, ist eine Kernkompetenz für Product Owner. Der entscheidende Schritt ist der Übergang von einer reinen Funktionsbeschreibung zu einer validierbaren Geschäftshypothese.
Ein gut formuliertes Epic beantwortet die wichtigsten Fragen, bevor die eigentliche Entwicklung beginnt. Es schafft eine gemeinsame Vision und stellt sicher, dass alle Beteiligten auf das gleiche Ziel hinarbeiten.
Folgende Elemente sind dafür unerlässlich:
Der Unterschied zwischen einem schwachen und einem starken Epic liegt oft in der Formulierung. Schwache Epics sind meist vage und funktionsgetrieben, während starke Epics problemorientiert und messbar sind.
Ein direkter Vergleich verdeutlicht dies:
Schlecht (vage Anforderung):
„Wir müssen unsere Social-Media-Integration verbessern.“
Dieses Ziel ist unpräzise. Was bedeutet „verbessern“? Für welche Nutzer? Wie wird der Erfolg gemessen? Diese Formulierung lässt zu viel Raum für Fehlinterpretationen.
Gut (klares Epic):
„Steigerung der Nutzerinteraktion durch nahtloses Teilen von Inhalten auf Social-Media-Plattformen.“
Dieses Epic ist präzise. Es benennt das Ziel (Nutzerinteraktion steigern), den Lösungsansatz (nahtloses Teilen) und impliziert eine messbare Verbesserung.
Der hypothesengetriebene Ansatz ist eine effektive Methode, um den Geschäftswert in den Mittelpunkt zu stellen. Diese Vorlage hilft dabei, über die reine Funktion hinauszudenken und den erwarteten Nutzen klar zu formulieren.
Wir glauben, dass [diese Fähigkeit oder dieses Feature]
für [diese Zielgruppe oder Personas]
zu [diesem Ergebnis oder Outcome] führt.
Wir werden dies messen durch [diese Metrik].
Angewendet auf unser Beispiel:
Dieser Ansatz schafft nicht nur Klarheit für das Team, sondern macht das Epic auch validierbar. Es wird nicht blind ein Feature entwickelt, sondern eine Hypothese überprüft. Dies ist ein Kerngedanke hinter der Entwicklung eines Minimum Viable Product (MVP): Annahmen mit minimalem Aufwand am Markt validieren.
Moderne Tools wie Jira bieten strukturierte Ansichten, um die Elemente eines Epics übersichtlich abzubilden.
Der Screenshot aus Jira zeigt, wie ein Epic (hier: „Q1 Mobile Experience Project“) als übergeordneter Container für kleinere Arbeitspakete wie Stories und Tasks dient und so den strategischen Fortschritt transparent macht.
Ein Epic in Scrum zu definieren, ist der erste Schritt. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, diesen großen Arbeitsblock so zu zerlegen, dass wertvolle, lieferbare und unabhängige Inkremente entstehen. Dieser Prozess, oft als „Epic Splitting“ bezeichnet, ist entscheidend, um kontinuierlich Wert zu schaffen und frühzeitig Marktfeedback zu erhalten.
Ein systematisches Vorgehen verhindert die Entstehung von „Monster-Epics“, die Sprints blockieren und deren Fortschritt kaum messbar ist. Das Ziel ist, aus einem großen Vorhaben eine Serie von kleinen, schnellen Erfolgen zu generieren. Dies motiviert das Team und liefert Stakeholdern regelmäßig greifbare Ergebnisse.

In der agilen Praxis haben sich verschiedene Techniken etabliert, um ein Epic logisch zu zerlegen. Die Wahl der Methode hängt vom Kontext des Epics und der Produktarchitektur ab. Häufig führt eine Kombination verschiedener Ansätze zu den kleinstmöglichen, aber dennoch wertstiftenden Inkrementen.
Diese Methode zerlegt einen Nutzerprozess in seine logischen, aufeinanderfolgenden Schritte. Jeder Schritt kann ein eigenständiges Feature oder eine Gruppe von User Stories darstellen.
Diese Methode stellt sicher, dass jede Lieferung einen nachvollziehbaren Teil der gesamten User Journey abdeckt.
Wenn ein Produkt verschiedene Nutzergruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen anspricht, ist die Aufteilung nach Personas besonders effektiv. Jede Persona erhält die für sie relevante Funktionalität.
Dieser Ansatz ermöglicht es, beispielsweise zunächst einen minimalen Marktplatz nur für Käufer zu veröffentlichen, um sehr früh Marktfeedback zu erhalten.
Ein gut gesplittetes Epic ermöglicht es dem Team, sich auf einen kompletten, vertikalen „Slice“ von Funktionalität zu konzentrieren. Statt monatelang nur an der Datenbank zu arbeiten, wird in jedem Schritt ein kleines, aber durchgängig funktionierendes Feature gebaut – vom User Interface bis zur Datenpersistenz.
Diese Strategie folgt dem Prinzip: „Erst die Basisfunktion, dann die Erweiterung“. Das Team implementiert zuerst eine einfache, aber funktionierende Kernfunktion. In nachfolgenden Schritten werden erweiterte Features, Optimierungen oder komplexere Anwendungsfälle hinzugefügt.
Dieser Ansatz ist ideal, um schnell ein Minimum Viable Product (MVP) zu launchen und die Funktionalität schrittweise basierend auf echtem Nutzerfeedback zu erweitern. Das reduziert das Risiko, komplexe Features zu entwickeln, die keinen Marktwert haben.
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die gängigsten Splitting-Strategien und hilft bei der Auswahl der passenden Methode.
Diese Tabelle vergleicht verschiedene Techniken zum Aufteilen von Epics, um Teams bei der Auswahl der richtigen Methode für ihren spezifischen Kontext zu unterstützen.
Erfahrene Teams kombinieren diese Ansätze oft, um den optimalen Weg für ihr Epic zu finden. Entscheidend ist, dass jedes Inkrement für sich genommen einen echten, auslieferbaren Wert darstellt.
Ein gut strukturiertes Backlog mit klaren Epics ist die Grundlage für erfolgreiche Scrum-Teams. Dennoch gibt es wiederkehrende Fehler, die den agilen Prozess verlangsamen und zu ineffizienter Ressourcenverwendung führen. Ein Epic in Scrum entfaltet seine volle Wirkung nur bei korrekter Anwendung.
Die Kenntnis dieser häufigen Fallstricke hilft dabei, sie gezielt zu umgehen und die Effektivität des eigenen Entwicklungsprozesses zu steigern.
Der häufigste Fehler sind Epics, die so umfangreich sind, dass sie über Monate oder Quartale hinweg im Backlog verbleiben. Ein Epic wie „Neugestaltung der kompletten Benutzeroberfläche“ ist keine umsetzbare Aufgabe, sondern eine strategische Vision. Solche „Monster-Epics“ sind kaum schätzbar und wirken demotivierend, da kein Fortschritt sichtbar wird.
Lösung: Solche Epics müssen konsequent zerlegt werden. Nutzen Sie Backlog-Refinement-Sessions, um sie mithilfe von Techniken wie Story Mapping oder der Aufteilung nach Workflow-Schritten in kleinere, wertstiftende Inkremente zu unterteilen. Das Ziel ist, aus einem Riesen-Epic mehrere überschaubare Epics oder Features zu formen, die innerhalb weniger Sprints abgeschlossen werden können.
Das Gegenteil ist ebenso problematisch: Ein kleines Arbeitspaket wird künstlich zu einem Epic aufgeblasen, obwohl es den Umfang einer einzelnen, größeren User Story nicht übersteigt. Ein Beispiel wäre ein Epic mit dem Titel „Passwort-vergessen-Link im Login-Formular hinzufügen“.
Dieser Fehler führt zu unnötigem Verwaltungsaufwand. Der gesamte Lebenszyklus eines Epics – von der Hypothese über die Aufteilung bis zum Tracking – ist für eine solch kleine Aufgabe überdimensioniert und macht den Prozess bürokratisch.
Lösung: Halten Sie sich an die Faustregel: Ein Epic besteht aus mehreren User Stories. Wenn sich ein potenzielles Epic direkt als eine einzige, in einem Sprint umsetzbare Story formulieren lässt, handelt es sich nicht um ein Epic. Stufen Sie solche Items korrekt ein, um den Prozess schlank zu halten.
Ein oft übersehener Aspekt ist der psychologische Effekt. Sind Epics zu klein, fehlt dem Team das Gefühl, an etwas Großem und Sinnstiftendem zu arbeiten. Das "Warum" geht verloren, was sich direkt auf Motivation und Engagement auswirkt.
Manchmal finden sich Epics im Backlog, deren Geschäftsziel unklar ist. Oft sind dies rein technische Projekte wie „Migration der Datenbank auf eine neue Version“ oder Feature-Wünsche einzelner Stakeholder ohne erkennbaren Kundennutzen.
Ein Epic in Scrum ohne definierten Geschäftswert ist eine Ressourcenfalle. Das Team investiert Zeit in Aufgaben, die das Produkt nicht voranbringen. Studien zeigen, dass Projekte ohne klare Zielsetzung eine um 50 % höhere Scheiterwahrscheinlichkeit aufweisen.
Lösung: Fordern Sie für jedes Epic eine klare Geschäftshypothese nach dem Muster: „Wir glauben, dass [dieses Feature] für [diese Nutzer] zu [diesem Ergebnis] führt.“ Kein Epic sollte ohne messbare Erfolgskriterien (KPIs) in das Backlog aufgenommen werden. Dies stellt sicher, dass jede Initiative auf die Produktstrategie einzahlt.
Das Product Backlog ist ein lebendiges Artefakt, kein Archiv für veraltete Ideen. Ein häufiger Fehler ist, dass vor Monaten erstellte Epics in Vergessenheit geraten und nie neu bewertet werden, obwohl sich Marktbedingungen und Prioritäten geändert haben.
Dies führt dazu, dass Teams auf Basis veralteter Annahmen arbeiten. Im schlimmsten Fall wird ein Epic umgesetzt, dessen Relevanz nicht mehr gegeben ist.
Lösung: Etablieren Sie die Backlog-Pflege als festes Ritual. Mindestens einmal pro Sprint sollte der Product Owner – idealerweise im Austausch mit dem Team – die Prioritäten der Epics überprüfen und an die aktuelle Marktrealität anpassen. Nicht mehr relevante Epics sollten konsequent entfernt werden, um den Fokus zu wahren.
Die agile Produktentwicklung entwickelt sich stetig weiter, und die Integration von Künstlicher Intelligenz ist der nächste logische Schritt. KI-gestützte Werkzeuge verändern bereits heute den Umgang mit einem Epic in Scrum – von der initialen Ideenfindung bis zur finalen Auslieferung. Sie ermöglichen es, Prozesse zu beschleunigen und Entscheidungen auf eine solide, datenbasierte Grundlage zu stellen.
Für Tech Leads und CTOs ist dies keine Zukunftsmusik, sondern eine konkrete Möglichkeit, die eigene agile Praxis effizienter und strategisch wertvoller zu gestalten.

Ein starkes Epic basiert auf der Analyse großer Datenmengen: Kundenfeedback, Support-Tickets, Markttrends und Nutzerverhaltensdaten. KI-Algorithmen können diese Informationen in kurzer Zeit analysieren und Muster identifizieren, die für Menschen schwer erkennbar sind. Das Ergebnis sind Epics, die reale Kundenprobleme adressieren.
Bei der Priorisierung leisten KI-Modelle ebenfalls wertvolle Unterstützung. Sie können den potenziellen Geschäftswert eines Epics prognostizieren, indem sie den Erfolg ähnlicher, bereits abgeschlossener Features analysieren. So wird das Backlog nicht mehr nur nach Intuition, sondern auf Basis fundierter Prognosen geordnet.
Eine der größten Herausforderungen bei einem Epic in Scrum ist die anfängliche Aufwandsschätzung. KI-basierte Prognosemodelle können die Komplexität analysieren und mit historischen Projektdaten vergleichen, um genauere Schätzungen zu liefern. Dies erhöht die Planungssicherheit für die gesamte Roadmap.
Auch die Aufteilung von Epics profitiert von KI. Systeme können intelligente Vorschläge machen, wie ein großes Epic in logische, in sich geschlossene User Stories zerlegt werden kann. Dabei berücksichtigen sie Abhängigkeiten und helfen, den kleinstmöglichen, aber wertvollsten ersten Schritt (MVP) zu identifizieren.
Die Kombination aus einem klar definierten Epic und KI-gestützter Analyse beschleunigt die Time-to-Market signifikant. Wenn datengestützte Entscheidungen den Prozess leiten, sinkt das Risiko, am Markt vorbei zu entwickeln.
Zahlen bestätigen diesen Trend. Laut dem AI4Agile Anwenderreport 2026 nutzen bereits 83 % der befragten deutschen Agilisten KI in ihrer Arbeit. Ein Dienstleister aus Köln konnte durch die Verbindung von Epics und KI-Analyse seine Innovationsrate um 25 % steigern und gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit um 20 % erhöhen. Epics liefern die Struktur, um das Potenzial von KI gezielt in den agilen Prozess einzubinden. Mehr dazu gibt es im vollständigen AI4Agile Anwenderreport auf scrum.org.
Bei PandaNerds haben wir in ersten Kundenprojekten bereits KI-Tools zur Analyse von Nutzerfeedback eingesetzt. Die daraus abgeleiteten Epics waren von Anfang an schärfer formuliert und führten schneller zu wertvollen Ergebnissen. Für zukunftsorientierte Unternehmen wird die intelligente Nutzung von KI im Epic-Management zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Hier finden Sie Antworten auf die in der Praxis am häufigsten gestellten Fragen zu Epics, kurz und präzise formuliert.
Die Verantwortung für die Erstellung und Pflege von Epics liegt formal beim Product Owner. In der Praxis ist dies jedoch ein kollaborativer Prozess.
Ein gutes Epic entsteht im Dialog. Der Product Owner arbeitet eng mit den Stakeholdern (z. B. Geschäftsführung, Vertrieb) zusammen, um den geschäftlichen Nutzen klar zu definieren. Gleichzeitig ist der Austausch mit dem Entwicklungsteam entscheidend, um die technische Machbarkeit zu bewerten und eine erste grobe Aufwandsschätzung zu erhalten.
Ja, eine Anpassung ist nicht nur erlaubt, sondern oft notwendig. Agilität bedeutet, auf neue Erkenntnisse reagieren zu können. Ein Epic ist kein in Stein gemeißelter Vertrag, sondern eine flexible Leitplanke.
Wenn das Team während der Umsetzung feststellt, dass ein alternativer Ansatz zielführender ist, sich Marktfeedback ändert oder technische Hürden auftreten, sollte das Epic angepasst werden. Diese Flexibilität ist ein Kernprinzip von Scrum und verhindert, dass Ressourcen auf Basis veralteter Pläne investiert werden.
Es gibt keine feste Regel für die Anzahl der User Stories in einem Epic. Der Umfang hängt vom jeweiligen Projekt und Ziel ab. Eine bewährte Faustregel lautet jedoch:
Ein Epic sollte groß genug sein, um einen spürbaren, eigenständigen Wert zu liefern, aber klein genug, um es in einem überschaubaren Zeitrahmen, beispielsweise innerhalb eines Quartals, abzuschließen.
In der Praxis umfassen Epics oft zwischen fünf und fünfzehn User Stories. Eine deutlich höhere Anzahl ist ein Indikator dafür, dass das Epic zu groß ist und in kleinere, handhabbare Einheiten zerlegt werden sollte.
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